Viele Jahre mussten Hirrlinger Tennisspieler lange Wege etwa nach Nehren oder Rottenburg fahren, um den Schläger schwingen zu können. Doch am 23. Juli 1984 fanden sich 53 Tennisfreunde und gründeten den "Tennisclub am Tuchhäusle". Der Beiname "am Tuchhäusle" heißt, dass dort, am Hirrlinger Sportgelände, auch die zukünftigen Spielplätze sein würden.
Es dauerte denn auch nicht ein mal ein Jahr, der Vereine hatte bereits über 20 weitere Mitglieder, da waren zwei Spielplätze am Tuchhäusle fertig gestellt. Dass Hirrlingen seinen Sport dort zentriert, hält Tennisclub-Vorsitzender Max Petersen für eine gute Sache: "Da ist keine Konkurrenz, das ergänzt sich gegenseitig." Im Jahr 1987 konnte eine alte Baubaracke zu einem Vereinsheim von rund 70 Quadratmetern umgebaut werden. Drei Jahre später standen zwei weitere Spielplätze zur Verfügung, der Verein zählte nun 198 Mitglieder.
"Wir sind mit unserer Vereinsgründung in eine günstige Zeit gekommen", meint Petersen, "es war die hohe Zeit von Becker und Graf." Heute zählt der Verein 212 Mitglieder, davon sind nur 39 passiv. Nicht nur in der Spielzeit von Mai bis Oktober, sondern auch rund ums Jahr sind Jung und Alt aktiv. Von Kindern weit unter zehn bis zu den Alten mit über 60 Jahren: "Alle spielen aus Spaß an der Feud." Und Petersen ergänzt: "Die Hirrlinger waren schon immer Fester - und so ist auch bei uns."
Der Verein gliedert sich in eine Kinder- und eine Juniorengruppe, eine Herren- und eine Damenmannschaft. Letztere umfasst das Alter von 14 bis 50 Jahren. Bei den Herren klafft eine Lücke, keiner in der Mannschaft ist jünger als 40. "Im Alter so um die 20 ist Fußball viel beliebter", weiß Petersen. Doch nächstes Jahr will der Verein dem Württembergischen Tennisbund eine aktive Herrenmannschaft unter 40 Jahren melden.
Da macht sich die Jungendförderung bemerkbar. Ein Sommertraining für Kinder und Jugendliche führt die Rottenburger Oswald-Tennisschule durch. Die Kinder zahlen einen kIeinen Beitrag, der Rest wird vom Verein getragen. Während der Spielsaison finden für alle Gruppen als Wettkämpfe die Rundenspiele des Bezirks 5 statt. Die Juniorenmannschaft brachte es dabei zum Bezirksmeister. Diese Jahr gab es erstmalig einen Wettkampf der sechs Eichenberg-Gemeinden um den Tennis-Eichenberg-Pokal. Petersen: "Wir haben gedacht, was die Fußballer können, können wir auch."
Die Saison wird mit einem Bändeles-Turnier ein- und ausgeläutet. Da kann dann Jeder gegen Jeden oder Jeder mit Jedem spielen - als Trophäe gibt?s eben ein Bändele. Dazwischen liegen fünf verschiedene Vereinsmeisterschaften, eine Mai-Wanderung, eine Vatertags-Hockete und ein zweitägiges Jugendzeltlager am Tuchhäusle. Ein Vereins-Pokal im Fußball ist als "unheimliche Gaude" in Hirrlingen auch noch zu gewinnen. Sportverein, Schützenverein und Tennisclub sind die Veranstalter. Alle Hirrlinger Vereine können eine Fußballmanschaft aufstellen - weit unter 11 Köpfen. Und jetzt im Winter veranstaltet der Tennisclub jeweils für die Erwachsenen und die Kinder abwechselnd in Hirrlinger Gasthäusern eine "Winterfeier".